Studenten-Villa wird bis Oktober bezogen
Tuttlinger Wohnbau hat Birk-Gebäude umgebaut – Bilanzgespräch zu aktuellen Projekten


17 Studentenzimmer, als Wohngemeinschaften konzipiert, sind in der Birk-Villa entstanden. Bis Oktober werden sie alle bezogen sein.

Die nackten Zahlen der Bilanz 2016 der Tuttlinger Wohnbau hat Geschäftsführer Horst Riess bereits im Gemeinderat vorgestellt (wir berichteten). Im Pressegespräch am Dienstag ging es um aktuelle Projekte und die Unterkunft für Flüchtlinge in der Moltkestraße.

Union-Areal: „Auf dieses Projekt konzentrieren wir uns momentan“, erklärt Riess. Demnächst werde der Kaufvertrag mit der Stadt unterzeichnet. Die Wohnbau will zwischen Katharinen- und Schützenstraße 48 Wohneinheiten bauen, von der Vier-Zimmer-Wohnung bis zum Einzelappartement. In der zweigeschossigen Tiefgarage sollen rund 130 Stellplätze entstehen. Ebenso geplant sind Gastronomie, Einzelhandel und Bürofläche. „Das Union-Areal ist als Verkaufsobjekt ausgelegt“, so der Wohnbau-Geschäftsführer. Interessenten für die Einzelhandelsflächen gebe es bereits. „Wir hoffen auch, dass es weiter geht im Quartier“, sagte Riess und bezog sich auf die andere Hälfte das Union-Areals, die derzeit noch bebaut ist. Riess: „Das wird uns über Jahre in Beschlag nehmen.“

Zum denkmalgeschützten Enslin-Haus, das einsam auf dem Grundstück steht, gebe es keine neuen Erkenntnisse. „Die Situation ist ergebnisoffen“, so Riess. Intensive Gespräche mit dem Denkmalamt stünden an.

Burgtheater: Das ehemalige Burgtheater in direkter Nachbarschaft zum Union-Areal gehört der Wohnbau. „Hier sind wir noch ganz am Anfang der Überlegungen“, erklärt Riess. Es gebe markante Punkte in einer Stadt, auf die es gelte, besonders aufzupassen. Deshalb habe die Wohnbau das denkmalgeschützte Haus gekauft. Das Objekt sei wirtschaftlich zu betreiben. Zehn Wohnungen gibt es, im Erdgeschoss, in dem eine Spielothek untergebracht ist, kündige sich wegen Änderungen im Landesglücksspielgesetz ein Wechsel an. Das könne aber noch Jahre dauern.

Bezahlbarer Wohnraum: Laut Rita Hilzinger, Prokuristin der Wohnbau, liegen 85 Prozent der Kaltmieten, die die Wohnbau in ihren 1662 Wohnungen verlangt, unter sechs Euro pro Quadratmeter. „Das ist im Neubau nicht mehr möglich“, so Riess. Wer eine Wohnung in den Tuttlinger Höfen vermiete, bekomme neun Euro den Quadratmeter. Bei den Neubauten verschärften gesetzliche Vorschriften und gestiegene Handwerkerlöhne die Kosten.

Birk-Villa: In der ehemaligen Birk-Villa, die denkmalgeschützt ist, hat die Wohnbau 17 Stundentenzimmer in drei Wohngemeinschaften geschaffen. Alle sind vermietet und werden zum Wintersemester bezogen. Für die Villa bei den Tuttlinger Höfen habe es Kaufinteressenten gegeben. Riess: „Doch wir wollten es behalten, es ist so ein schönes Haus.“

Ehemaliges Café Ribler: Das Haus in der Stadtkirchstraße, in dem bis Oktober vergangenen Jahres 60 Jahre lang die Konditorei Ribler untergebracht war, gehört der Wohnbau. Dort sollen Studentenzimmer eingerichtet und im Erdgeschoss die Nutzung als Café wieder aufgenommen werden. Momentan geht Riess davon aus, dass das Gebäude saniert wird, dann könnte die Blumenhändlerin zur Miete bleiben. Eine Option wären auch Abriss und Neubau. Ein solches Vorhaben müsse aber sensibel umgesetzt werden.

Bahnhofstraße 39: Als fünftes Objekt der Tuttlinger Höfe baut die Wohnbau ein Wohn- und Geschäftshaus mit 16 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten für 5,5 Millionen Euro. Eine HNO-Praxis zieht ein, laut Riess steht der Vertrag mit einem Einzelhändler kurz vor Unterzeichnung.

Moltkestraße: Am Standard der Gemeinschaftsunterkunft in der Moltkestraße, in der 54 alleinstehende junge Männer leben, gab es Kritik von Vertretern der Ini Asyl (wir berichteten). „Wir legen Wert darauf: Das Gebäude war in technisch einwandfreiem Zustand, als wir es übergeben haben“, entgegnet Riess darauf. Das gelte für die Lüftungsanlage ebenso wie für den Brandschutz. Vermieter ist die Wohnbau, die laut Riess einen Zehn-Jahres-Vertrag mit dem Landkreis hat. Die Stadt Tuttlingen wird als Untermieter des Kreises die Unterkunft zum 1. September übernehmen, um hier Plätze für Anschlussunterkünfte für Flüchtlinge anzubieten.

1,3 Millionen Euro habe die Wohnbau in die Fertigstellung dieses Gebäudeteils gesteckt. Riess: „Das Geld ist ausgegeben“, er ärgere sich, wie damit umgegangen werde. Die Ini Asyl täte laut des Wohnbau-Geschäftsführers gut daran, den Bewohnern Hygienestandards beizubringen, „da gibt es sicherlich Handlungsbedarf“, sagte er. Aufgabe des Vermieters sei es, Dinge in Ordnung zu bringen, wenn etwas kaputt gehe. „Nur: Verdrecken kommt einer Beschädigung gleich, die selbst verschuldet ist.“ Vorbehalte hat es von der Ini Asyl wegen der Abflüsse in den Nasszellen gegeben. Dazu sagt der Wohnbau-Chef, dass die Abflüsse funktionieren würden, „wenn man die Sachen sauber hält und nicht alles runter spült“. Dies in Ordnung zu bringen, sei Sache der Mieter beziehungsweise Bewohner. Riess: „Wir säubern anderen Mietern den Siphon auch nicht.“

Artikel vom 18.07.2017
Ingeborg Wagner
Quelle: www.schwaebische.de

Tuttlinger Höfe: Grundstein für Haus 5 gelegt


Der letzte Mosaikstein entlang der Tuttlinger Bahnhofstraße wird nun eingesetzt: Am Mittwochnachmittag war die Grundsteinlegung für Haus 5 der Tuttlinger Höfe an der Ecke Bahnhof-/Karlstraße. Bauherr ist die Tuttlinger Wohnbau. Hier entstehen 16 barrierefreie Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten. Wohnbau-Chef Horst Riess sprach davon, dass ein Mietvertrag mit einer Arztpraxis bereits unterzeichnet sei. „Wir sind froh, dass wir an diesem Punkt angekommen sind“, sagte er. Den Bezug der Bahnhofstraße 39 kündigte er auf Ende 2018 an. Tuttlingens Oberbürgermeister Michael Beck ist auf die zeitliche Verzögerung des Projektes eingegangen: Ursprünglich sei geplant gewesen, dass das Tuttlinger Amtsgericht mit Büros und Verhandlungssälen hier einziehe. Nach jahrelangen Verhandlungen mit dem zuständigen Amt für Vermögen und Bau sei ein Vertrag dann doch nicht zustande gekommen. „Wir bedauern das“, sagte Beck.

Artikel vom 28.06.2017, Ingeborg Wagner
Quelle: www.schwaebische.de


Preisgünstiger Wohnraum bleibt Problem
Jahresabschluss der Wohnbau vorgestellt – 60 Wohneinheiten in Bodenseestraße geplant
Den Blick zurück auf das vergangene Jahr hat Wohnbau-Geschäftsführer Horst Riess am Montag im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderates geworfen. Er präsentierte den Jahresabschluss 2016.

„Wir sind ein gesundes Unternehmen und stolz darauf, in dieser Stadt mitwirken zu können“, sagte Riess mit Blick auf das Union-Areal, wo die Wohnbau den Investorenwettbewerb gewonnen hat. Auch sonst habe die Wohnbau Immobilien im Blick, auf die es gelte, aufzupassen: So gehören das ehemalige Burgtheater und das „Café Ribler“ seit kurzem zum Bestand der Wohnbau. Die Nutzung des Burgtheaters ist noch offen. Mieter im Erdgeschoss ist eine Spielhalle, wie es hier weitergeht ist in der Schwebe (wir berichteten). Riess hofft mittelfristig auf eine „Nutzung, an der alle mehr Freude haben“, wie er sagt. Beim „Café Ribler“ plant die Wohnbau zweigleisig. Abhängig von der Wirtschaftlichkeit geht es um Sanierung oder Abriss. Wie auch immer: Die Wohnbau hätte gerne in jedem Fall im Erdgeschoss ein Café, anknüpfend an die lange Tradition des Hauses.

Mieteinnahmen steigen an

Zur eigentlichen Bilanz: Das Jahresergebnis der Tuttlinger Wohnbau hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund 320 000 Euro verringert und „auf ein normales Maß eingependelt“, wie Riess sagte: 1,09 Millionen Euro. Die höheren Erlöse in 2015 hätten sich vor allem durch Verkäufe in den Tuttlinger Höfen ergeben. Im Wirtschaftsplan 2016 wurde ein um 105 000 Euro besseres Ergebnis erzielt.

Die Bilanzsumme betrug 65 Millionen Euro. Das Umlaufvermögen belief sich auf 17,09 Millionen Euro (Vorjahr: 19,6 Millionen Euro). Das Anlagevermögen wurde erhöht: von 41,5 Millionen in 2015 auf 47,9 Millionen Euro 2016. „Das wirkt sich bei den Mieteinnahmen aus“, so Riess.

Die Mieten stiegen von 8,2 auf 8,7 Millionen Euro, inklusive des neuen Hotels „Charly’s House“, das im vergangenen Jahr in Betrieb genommen wurde. „Bescheidene Mieterhöhungen“ seien ebenso ein Grund für den Anstieg gewesen. Riess: „In gewisser Regelmäßigkeit machen wir das.“ Mehr als drei Millionen Euro seien für Sanierung und Instandhaltung der Immobilien investiert worden.

Im Ausschuss war vor allem sozialer Wohnraum Thema. Angesprochen auf die Wohnungsbauprogramme des Bundes winkte Riess aber ab: „Die Förderprogramme orientieren sich an den 35 größten Städten der Republik.“ Dort sei die Situation mit sozialen Brennpunkten eine andere als im ländlichen Raum. „Da bleibt an geeignetem Fördervolumen für uns nicht mehr viel übrig.“

Aus seiner Sicht schränken vor allem Vorschriften und Gutachten die Möglichkeit ein, günstig zu bauen, sagte er am Beispiel Bodenseestraße. Auf der Fläche unterhalb des Honbergrückens, angrenzend an das Grundstück, auf dem die TG ihr Vereinsheim bauen wollte, plant die Wohnbau zwei Häuser mit je mindestens 30 Wohneinheiten. „Mit allen möglichen Gutachten war’s das dann wieder mit kostengünstigem Bauen – das tut mir richtig weh.“ Bei den Baulücken in der Stadt versuche die Wohnbau, zum Zug zu kommen, stehe aber in Konkurrenz mit anderen Bauträgern. Gleiches gelte für die vielen Leerstände bei Wohnungen. Riess: „Das sind Leerstände, die nicht sein müssten.“ Dabei mache die Wohnbau den Besitzern das Angebot, sich um alles zu kümmern: Mieter finden, Verträge machen – „im Zweifel mietet sogar die Stadt oder die Wohnbau die Wohnungen an, um den Vermieter von allem fern zu halten“, erläuterte Riess. Nur wenige würden anbeißen.

Nochmal zur Bilanz: Die Eigenkapitalquote beträgt 54 Prozent. Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten von 29,2 Millionen Euro seien in erster Linie Bankdarlehen (24 Millionen Euro). Der Cashflow betrug Ende 2016 rund 3,1 Millionen Euro, sodass die Zahlungsfähigkeit jederzeit gewährleistet gewesen sei. Einstimmig erfolgte die Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Entlastung des Aufsichtsrates durch die Stadträte. Am Montag ist die Bilanz Thema im Gemeinderat.

Die Tuttlinger Wohnbau GmbH ist zu zwei Dritteln in Trägerschaft der Stadt Tuttlingen. Zum Ende des Berichtsjahres 2016 befanden sich 1662 eigene Wohnungen, 26 Gewerbeeinheiten und 606 Garagen im Bestand der Tuttlinger Wohnbau. Das Bauträgergeschäft war 2016 geprägt durch den Verkauf der restlichen Einheiten in den Tuttlinger Höfen und durch den Neubau von 16 Wohnungen In Göhren 47/49. Diese wurden 2017 bezugsfertig – mehr als 80 Prozent der Einheiten seien bereits verkauft. Stichwort Personal: Da die Wohnbau vom Aufgabenvolumen her wachse, sei es nicht zu erwarten, dass die Personalkosten sinken, so Riess: „Es wird eher Steigerungen geben.“ 2016 betrugen die Ausgaben für Löhne und Gehälter 1,44 Millionen Euro (Vorjahr: 1,425 Millionen).

Artikel von Ingeborg Wagner
Quelle: www.schwaebische.de
Regio-TV | BAUEN & WOHNEN
Wohnung kaufen - gute Bauträger erkennen


Schauen Sie sich das aufschlussreiche Interview mit Geschäftsführer Horst Riess an.
Er erklärt Ihnen, worauf Sie bei Bauplänen achten sollten und woran Sie einen guten Bauträger erkennen können.

Youtube Regio-TV-Kanal | BAUEN & WOHNEN

Ausgestrahlt wird BAUEN & WOHNEN Regio TV Bodensee zu nachfolgenden Zeiten:

Montag 20.30 Uhr
Freitag 22.30 Uhr
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Union-Areal dient als Zwischenlager für IFC-Baustelle
Haben die Arbeiten am Union-Areal etwa schon begonnen? Mitnichten, wie Wohnbau-Chef Horst Riess klar stellt. Die Wohnbau hat den Investorenwettbewerb gewonnen und will das Gelände bebauen. Dort lagern aber zurzeit Baucontainer, Fahrzeuge und Materialien der Baustelle auf der anderen Seite der Katharinenstraße – dem Innovations- und Forschungscentrum (IFC) der Hochschule Furtwangen, Außenstelle Tuttlingen. „So lange am Union-Areal noch nichts passiert, kann das als Zwischenlager genutzt werden“, sagt Riess. Noch seien die Verträge zwischen Stadt und Wohnbau nicht unterschrieben, „aber wir sind in intensiven Verhandlungen“, so Riess. Er geht davon aus, dass bis Ende des Jahres das Baurecht vorliegt. Ein Bebauungsplan muss aufgestellt werden, im Zuge dessen werden die Verträge unterzeichnet. Riess: „Da sind wir noch eine Weile dran, das Ganze muss schließlich Hand und Fuß haben.“

Artikel von Ingeborg Wagner v. 04.04.2017
Quelle: www.schwaebische.de


Wünsche der Nachbarn sollen berücksichtigt werden
Spatenstich Neubau Stuttgarter Straße 27/29: Tuwass-Parkplätze abriegeln und Tempolimit installieren


Mit Bagger und Spaten ist der Neubau der Tuttlinger Wohnbau in der Stuttgarter Straße 27/29 am Montag in Tuttlingen angegangen worden. Wie berichtet, gab und gibt es Vorbehalte der Nachbarn gegen den Bau der insgesamt 40 Wohneinheiten. Oberbürgermeister Michael Beck sagte zu, dass die Interessen der Anlieger in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen behandelt werden.

Das Gespräch hat die Verwaltung bereits gesucht. Dabei kam heraus, dass sich die Anlieger eine Temporeduzierung auf der mit 15000 Fahrzeugen täglich befahrenen Stuttgarter Straße wünschen. Zudem wird die Zufahrt zum Neubau ein Thema sein: Die soll ebenso wie die Stellplätze vom Tuwass angeriegelt werden, um geordnetes Parken zu ermöglichen. Gleiches gelte für die Mühlau-Sporthalle, so Beck. Eine Be- und Entladezone an der Stuttgarter Straße sei ebenso Wunsch der Anlieger.

"Lange Geschichte"

„Das war eine lange Geschichte“, sagte Wohnbau-Chef Horst Riess beim Spatenstich. Die Bauvoranfrage sei bereits im Juli 2014 eingereicht worden. „Nun wollen wir so schnell wie möglich fertig werden.“ Angedacht sei, die Appartements auch langjährigen Wohnbau-Mietern anzubieten.

Das ursprünglich formulierte Ziel, in den Ein- bis Drei-Zimmerwohnungen preiswerten Mietraum für 6,50 Euro pro Quadratmeter zu schaffen, sei nicht zu halten, sagte der Oberbürgermeister, der zudem Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnbau ist: „Nun wollen wir unter 8 Euro bleiben.“ Allein die Lärmschutzfassade, die am zweiteiligen Neubau hin zur Stuttgarter Straße geplant ist, verschlinge Kosten von rund 600000 Euro. „In der Stadt wird es immer schwieriger, zu bauen“, sagte der OB zu den Protesten der Nachbarn. Doch Baulücken seien da, um sie zu schließen und die Nachfrage nach Wohnraum zu bedienen.

Artikel vom 20.03.2017, Ingeborg Wagner
Foto: Ingeborg Wagner
Quelle: www.schwaebische.de


Ziel: Ein Mietpreis um sieben Euro
Spatenstich des Neubaus Stuttgarter Straße – Wohnbau geht etliche weitere Projekte an


Stuttgarter Straße, das Torhaus in Thiergarten, die Ortsmitte in Nendingen: Das sind nur drei der Projekte, die die Tuttlinger Wohnbau in diesem Jahr angehen will. Der Druck auf den Wohnungsmarkt wächst, hat Wohnbau-Geschäftsführer Horst Riess festgestellt. „Besorgniserregend ist die Nachfrage nicht. Bis es ein Problem wird, dauert es noch“, sagt er. Dennoch investiert das Unternehmen in den Bau von Wohnungen, auch im preisgünstigen Segment.

Nein. Es seien nicht nur Flüchtlinge, die den Druck im Kessel erhöhen würden. Der Trend geht zu Single-Haushalten, es gebe mehr und mehr Alleinerziehende mit Kindern. Die Scheidungsrate sei anhaltend hoch. Alle diese Menschen suchen Wohnraum. Wartelisten mit bis zu 2500 Namen drauf, wie es sie Anfang der 1990er-Jahre gegeben hat, führt das Wohnungsbau-Unternehmen heute aber nicht mehr. „Von dieser Dramatik sind wir weit entfernt“, stellt Riess klar. Dennoch kann er längst nicht alle Anfragen bedienen, vor allem im Niedrigpreissegment klafft eine große Lücke. Darauf weisen auch die Wohlfahrtsverbände im Kreis Tuttlingen verstärkt hin (wir berichteten).

Mietpreise mit der Sieben vor dem Komma – das plant die Wohnbau im Neubau in der Stuttgarter Straße 27/29. Damit seien auch Anforderungen des sozialen Wohnungsbaus erfüllt, sagt Stadtsprecher Arno Specht, „indem der Mietpreis mindestens zehn Prozent unter der ortsüblichen Miete liegt.“ Voraussichtlich im Mai informiert die Verwaltung in einer Gemeinderatssitzung allgemein über die Pläne von sozialem Wohnungsbau in der Stadt. Sowohl CDU- wie auch LBU-Fraktion hatten in einem Antrag darum gebeten.

Kleine Wohneinheiten

Zurück zur Stuttgarter Straße: 40 Wohneinheiten in zwei Baukörpern, verteilt auf vier Vollgeschosse und ein Tiefparterre entstehen auf dem Hanggrundstück. Die Gewerke sind ausgeschrieben, der Spatenstich steht unmittelbar bevor – trotz des Rechtsverfahrens, das Anwohner auf den Weg gebracht hatten, wie Riess sagt. Dem sieht er gelassen entgegen. Ein- bis Drei-Zimmerwohnungen sind hier geplant. „Das ist momentan erkennbar dem Bedarf geschuldet“, sagt der Geschäftsführer.

Zur viel befahrenen Stuttgarter Straße hin muss eine schallschluckende Fassade gebaut werden. „Das macht es erheblich teurer.“ Gesetzlich geregelt sind auch Vorschriften für überdachte Fahrradstellplätze, 80 in diesem Fall, und die Dachbegrünung. „Wenn wir die Stuttgarter Straße nicht subventionieren würden, dann müssten wir zehn Euro pro Quadratmeter nehmen“, betont Riess. Also werde das Grundstück nicht zum Veräußerungswert, sondern zu einem geringeren Preis eingerechnet und das Vorhaben über andere Projekte quer finanziert. Im Raum stehe auch eine politische Unterstützung, falls die Vorgaben für preiswertes Wohnen anders nicht erreicht würden.

Baugleiche Pläne im Schafrain

Gleiches gilt für die Grundstücke Auf dem Schafrain 17, 19 und 21: Hier will die Wohnbau einen Baukörper mit 20 Wohneinheiten errichten, der eins zu eins dem in der Stuttgarter Straße entspricht. Der Aufstellungsbeschluss ist gefasst, laut Riess wird es zu einem Bebauungsplan kommen. „Hier sind wir baurechtlich auf der sicheren Seite.“

Andere Projekte im Wirtschaftsplan 2017 der Wohnbau:

Bodenseestraße: Auf der Fläche unterhalb des Honbergrückens, angrenzend an das Grundstück, auf dem die TG ihr Vereinsheim bauen wollte, plant die Wohnbau zwei Häuser mit je 30 Wohneinheiten.

In Göhren: Hier entstehen 16 Wohneinheiten, die Fertigstellung erfolgt voraussichtlich im Mai.

Ecke Goethe/Lessingstraße: Die ehemalige Werkstatt der Wohnbau soll einem Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten weichen.

Ortsmitte Nendingen: Rund 20 Wohneinheiten sind im Bereich des Hannele-Hauses geplant.

Möhringen: Geplant war, hinter dem Kronen-Areal drei Reihen mit jeweils vier Reihenhäusern zu bauen. „Das werden wir so nicht realisieren“, so Riess. Er kann sich Geschosswohnungsbau vorstellen oder „ganz etwas anderes“. Grundsätzlich spüre die Wohnbau in Möhringen keine große Nachfrage.

Café Ribler: Die Wohnbau hat das Café Ribler in der Stadtkirchstraße gekauft, das im Herbst vergangenen Jahres geschlossen hat. Der Blumenladen soll erhalten bleiben, „wir haben auch sonst nicht vor, hier massiv einzugreifen“. Studentenwohnungen seien denkbar.

Birk-Villa: Der Charakter des Hauses neben den Tuttlinger Höfen soll unverändert bleiben. „Den Rest möbeln wir jetzt auf“, als Zimmer für Studenten, Azubis oder Praktikanten. (iw)

Während der Bauarbeiten kann der Parkplatz zwischen Stuttgarter Straße und Mühlauhalle nicht genutzt werden – er wird für Baustellenfahrzeuge und Material benötigt. Wenn das Gebäude 2019 fertig gestellt ist, kann er zu großen Teilen wieder benutzt werden – rund 50 öffentliche Parkplätze wird es auch künftig dort geben, so die Stadtverwaltung.

Artikel vom 15.03.2017, Ingeborg Wagner
Quelle: www.schwaebische.de


48 Wohneinheiten sind vorgesehen Details zu Plänen für Union-Areal: Sonderwohnformen für Senioren oder Studenten denkbar


Foto: Horst Riess, Michael Beck und Architekt Andreas Theilig mit dem Modell.

Details zur Bebauung des Union-Areals sind am Dienstag bei einem Pressegespräch erläutert worden. 48 Wohneinheiten sind vorgesehen, von der familientauglichen 4-Zimmer-Wohnung bis zum Einzelappartement, das sowohl als Studentenzimmer wie auch für Betreutes Wohnen für Senioren denkbar wäre. In der zweigeschossigen Tiefgarage sollen rund 130 Stellplätze entstehen.

Wie berichtet, hat der Tuttlinger Gemeinderat am Montag beschlossen, die Bebauung des Union-Areals mit der Tuttlinger Wohnbau zu realisieren. Die Kaufgespräche mit der Wohnbau, die zu zwei Dritteln in städtischer Hand ist, werden aufgenommen. Das Unternehmen setzte sich in einem Auswahlverfahren nach einstimmigem Juryentscheid gegen zuletzt vier Wettbewerber durch.

„Das, was hier passiert, ist stadtbildprägend“, sagte der Jury-Vorsitzende, Architekt Gerd Gassmann. Zufällig sei es die Tuttlinger Wohnbau gewesen, die den besten Entwurf vorgelegt habe. „Dank der Klugheit des Bauherren, gute Architekten zu wählen. Und die hatten einen guten Tag“, so Gassmann. Vor allem die Wertigkeit in der Ausführung habe für den Vorschlag des Ostfilderner Architekturbüros Kauffmann, Theilig und Partner gesprochen. „Ob da ein „dm“-Markt reinkommt oder nicht, die Grundzüge in der Materialität werden beibehalten.“ Andere Beiträge seien beliebig gewesen, manche sehr modern. Da bestehe die Gefahr , dass man sie schon nach ein paar Jahren nicht mehr sehen könne.

„Stattlicher, zwei-stelliger Millionenbetrag“
Der finanzielle Rahmen des Gesamtprojektes sei derzeit noch nicht einmal ansatzweise errechenbar, führte Wohnbau-Geschäftsführer Horst Riess aus: „Gehen Sie von einem stattlichen, zweistelligen Millionenbetrag aus.“ Ein Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen soll hier entstehen, orientiert an der Bedarfslage. Teilweise werden die Wohnungen im Bestand der Wohnbau bleiben, gleiches gelte für Gewerbeflächen, vor allem für den Gastronomiebereich. Riess: „So haben wir den Blick darauf, was hier reinkommt.“

Der Innenhof der drei Baukörper, die zum Teil verbunden sind, soll als private Erschließung der Wohneinheiten dienen. Die Öffnung zeigt Richtung Marktplatz. Überlegt wird, den Zugang zum Hof über Nacht für die Öffentlichkeit zu schließen. Die Erreichbarkeit der Laden- und Dienstleistungsflächen, die sich weitgehend in dem Gebäude hin zur Innenstadt befinden, sind von außen, also von der Katharinenstraße, der Oberen Hauptstraße und dem hier geplanten Boulevard zugänglich.

Mit sechseinhalb Geschossen ist das Gebäude im Kreuzungsbereich der Katharinenstraße am höchsten. Es dient zugleich als Lärmschutz für die dahinter liegenden Wohnungen. Im Nordwesten wird dreigeschossig mit Staffelgeschoss gebaut. Das lässt den Blick auf den Honberg frei. Der dritte Baukörper ist mit fünf Geschossen geplant.

Der Zeitplan: Mit einem Baustart rechnet OB Michael Beck Anfang kommenden Jahres. Zuvor muss der Vertrag mit der Wohnbau abgeschlossen werden, parallel dazu wird die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) die Pläne für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg bringen. Das soll Ende 2017 erledigt sein. „Dann können wir bauen“, erläutert der OB, vorausgesetzt, der Gemeinderat stimmt zu. Mit einer Fertigstellung rechnet Architekt Andreas Theilig bis Herbst 2019. Durch den Bebauungsplan sieht der OB die Handhabe, das Enslin-Haus wegzubekommen, wie er sagte. Möglich sei, das Kellergeschoss des Hauses, das schützenswert sei, zu erhalten und sichtbar in die Tiefgarage zu integrieren, so der OB.

Quelle: www.schwaebische.de
Artikel v. 07.03.2017
Ingeborg Wagner
Foto: Ingeborg Wagner

Union-Areal: Tuttlinger Wohnbau setzt sich durch
Bei Investorenauswahl auf Rang 1 – Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, in Verhandlungen einzusteigen


Die Tuttlinger Wohnbau GmbH, die zu zwei Dritteln in städtischem Besitz ist, hat sich beim Investoren- und Architektenauswahlverfahren zur Gestaltung des Union-Areals knapp gegen eine andere Arbeitsgemeinschaft durchgesetzt. Am Montag beschloss der Tuttlinger Gemeinderat einstimmig, dass die Verwaltung mit der Wohnbau in Kaufvertragsverhandlungen einsteigen und weitere Bedingungen und Kriterien festlegen soll.

Wie viel die Wohnbau für das rund 3230 Quadratmeter große Areal zwischen Katharinen- und Schützenstraße geboten hat, bleibt ein Geheimnis: Das wurde nichtöffentlich besprochen. Für den Entwurf der Wohnbau, die für das Union-Areal das Architekturbüro Kauffmann, Theilig und Partner aus Ostfildern mit ins Boot geholt hat, habe die hochwertige Gestaltung gesprochen, sagte Markus Lämmle von der Kommunalentwicklung (KE), die die Stadt bei diesem Verfahren begleitet. Angefangen von den robusten Klinkerfassade mit Vollmauerwerk über die weitere Gestaltung der insgesamt drei Baukörper – „Das war die absolut beste Möglichkeit“, so Lämmle.

Wie berichtet, soll hier ein Mix aus Wohnungen, auch für Familien, Gewerbe, Büro und Gastronomie entstehen. Wohnbau-Geschäftsführer Horst Riess sprach auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung von einer Aufteilung von 50 Prozent Wohn- und 50 Prozent Dienstleistungsfläche.

Bei den weiteren Verhandlungen zwischen Wohnbau und Stadt geht es unter anderem um die Ladengeschäfte. So soll eine zusammenhängende Fläche von mindestens 400 bis 800 Quadratmetern im Erdgeschoss entstehen. Denkbar ist dabei eine Verbindung der Ladenzonen der beiden südlichen Baukörper. Langfristig soll eine öffentliche Ost-Westwegverbindung durch das Union-Areal vorbereitet werden, auch das wird Gegenstand der Gespräche sein. Eine öffentliche Nutzung des Innenhofs ist laut Oberbürgermeister Michael Beck aber nicht vorgesehen. „Die Kosten dafür werden wir nicht übernehmen“, sagte er.

Verkehr separat behandeln
Ein großes Thema ist die Verkehrsführung rund um das Areal. „Uns brennt das Thema unter den Nägeln, wir müssen da etwas tun“, sagte Stadtrat Wolfgang Wuchner (CDU). Das betrifft zum einen die Obere Hauptstraße und Obere Vorstadt. Die doppelte Straßenführung soll aufgegeben werden, so der Vorschlag des Preisgerichts des Investorenverfahrens. Entlang der Oberen Hauptstraße könnte ein Boulevard entstehen, die Straße Obere Vorstadt soll als Platz gestaltet werden und einen attraktiven Zugang zum Areal bilden. Petra Schmidt-Böhme (LBU) formulierte zudem den Wunsch einer Verkehrsberuhigung hin zur Fußgängerzone, „um die Brücke von Wohnen zur Innenstadt zu schlagen“.

Der Oberbürgermeister gab die Anregung, Verkehrsplaner zu beauftragen, die zusammen mit Vertretern von Verwaltung und Gemeinderat Vorschläge erarbeiten. „Jetzt, wo wir die Chance haben, sollten wir Hirn und Zeit nutzen.“ Er wiederholte seinen Wunsch, einen Kreisverkehr im Bereich Katharinenstraße einzurichten, auch mit Blick auf das Innovations- und Forschungs-Centrum, das dort entsteht. „Bisher haben Bedenken überwogen, aber wir sollten einen Blick darauf werfen“, so Beck. Hans-Peter Bensch (FDP) gab zu bedenken, dass ein Kreisel für Radfahrer und Fußgänger die schlechtere Lösung wäre.

Erhalt Haus Enslin ist fraglich
Und wie sieht es mit dem Enslin-Haus aus? Das denkmalgeschützte Gebäude steht noch als einziges auf dem Areal. Ein Erhalt sei aus städtebaulichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht sinnvoll, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Das sieht auch Horst Riess so. „Aber unsere Wettbewerbsarbeit lässt beide Varianten zu: mit und ohne Enslin-Haus.“ Das letzte Wort liegt bei der Fachbehörde für Denkmalschutz.

Die Entwürfe der insgesamt fünf Arbeitsgemeinschaften sind noch bis 18. März im Tuttlinger Rathausfoyer ausgestellt. Oberbürgermeister Michael Beck wird bei einem Pressegespräch am heutigen Dienstag zusammen mit Horst Riess von der Wohnbau GmbH die weitere Entwicklung erläutern. Professor Gerd Gassmann als Vorsitzender der Jury erklärt dabei, was den Ausschlag für den Siegerentwurf gab. Falls die Verhandlungen zwischen Stadt und Wohnbau scheitern sollten, wird mit Merz Wohnbau und Schaudt Architekten verhandelt. Deren Arbeit setzte das Preisgericht mit zwei Gegenstimmen auf Rang 2.

Quelle: www.schwaebische.de
Artikel von Ingeborg Wagner v. 06.03.2017



Bahnhofstraße 39: Ab Frühling wird gebaut
Stadt erteilt Baugenehmigung – Wohnbau plant Wohn- und Geschäftshaus
Seit Monaten ist das zentralgelegene Gelände brachgelegen, nun geht es an der Bahnhofstraße 39 weiter: Am Donnerstag hat die Stadt Tuttlingen der Wohnbau die Baugenehmigung für ein neues Geschäftshaus an der Ecke Bahnhofstraße und Karlstraße erteilt. Im späten Frühjahr soll es dort mit dem Bau eines sechsgeschossigen Wohn- und Geschäftsgebäudes losgehen.

Die Realisierung des Bau-Projekts hatte sich für die Wohnbau schwieriger entpuppt, als anfangs gedacht. Interessenten waren abgesprungen, Handwerker-Preise durch die Zeitverzögerung gestiegen, Energie-Standards hatten sich geändert. „Es hat sich schwierig gestaltet und wir haben Zeit verloren – das ist sehr bedauerlich gewesen“, sagt Wohnbau-Chef Horst Riess. „Aber in dieser Branche ist es eben so: Manche Dinge gelingen sofort, andere brauchen länger.“

Nicht irgendein Gebäude, sondern eine „neue moderne Immobilie in einer wichtigen Einkaufsstraße Tuttlingens“ – sowohl „als Verlängerung der Fußgängerzone, aber auch als Entrée in die Karlstraße“ möchte die Wohnbau nach eigener Aussage erschaffen. Im Erdgeschoss ist ein Ladengeschäft geplant, für das es laut Riess bereits mehrere Interessenten gibt. In den ersten Stock soll eine bereits bestehende Tuttlinger Arztpraxis einziehen.

Die sich darüber befindenden vier Stockwerke werden mit Wohnungen gefüllt: je zwei kleinere und je zwei mittlere auf jedem Stockwerk. Im Staffelgeschoss ganz oben entstehen zwei Penthouse-Wohnungen. Zielgruppe sind Alleinlebende oder Paare. Allzu günstig werden die Wohnungen allerdings nicht sein: Die genauen Kalkulationen stünden noch nicht fest, doch „eine Drei wird vorne stehen“, so Riess über die Höhe des Quadratmeterpreises.

Mit der Fertigstellung des Gebäudes an der Bahnhofstraße 39 vollendet die Wohnbau ihr Projekt der „Tuttlinger Höfe“. Dort waren bis ins Jahr 2015 vier neue Wohn-Gebäude mit rund 80 Wohnungen entstanden.

Quelle: www.schwaebische.de
Artikel vom 13.01.2017
Sabine Krauss
"Da­für sor­gen, dass man hier gut le­ben kann"
Wohnbau-Geschäftsführer Horst Riess zieht am Ende des Jubiläumsjahres Bilanz
Tuttlingen - Das Jubiläumsjahr der Tuttlinger Wohnbau GmbH ist fast vorüber. Geschäftsführer Horst Riess blickt zurück auf ein erfolgreiches Jahr 2016 und gibt einen Ausblick auf das, was die Wohnbau im Jahr 2017 vorhat. Ein Vorgeschmack auf eine vielversprechende Zukunft ...

Das 75-jährige Bestehen der Wohnbau war ja schon ein Grund zum Feiern. Wie zufrieden blicken Sie zurück?

Wir hatten sehr viel Freude im Jubiläumsjahr. Das hat mit dem schönen Fest im Sommer zu tun, mit den Studienfahrten für die Aufsichtsräte und Gesellschafter nach Wien und unserer gesamten Belegschaft nach Berlin und damit, dass wir uns bei den Medien sehr gut aufgehoben gefühlt haben.

Die Wohnbau hat 2016 einige Projekte abgeschlossen ...

Die Tuttlinger Höfe wurden eingeweiht, Charly´s House hat eröffnet, die Sozialwohnungen in der Jetterstraße sind fertig geworden und wir haben ein Flüchtlingsheim in einem ehemaligen Möbelhaus in der Moltkestraße eröffnet - in dem es keine Auffälligkeiten gab, die mit dem Thema Feindseligkeit zu tun hätten. In Göhren sind schon 13 von 16 Wohnungen verkauft. Es ist uns auch gelungen, zusätzlichen Wohnraum in Bestandsräumen zu schaffen, zum Beispiel durch Dachausbau.

Was steht als nächstes an?

Wir haben die Baugenehmigung für 40 Wohnungen im bezahlbaren Preissegment in der Stuttgarter Straße bekommen. Auf dem Schafrain wollen wir 20 Wohnungen vom selben Typ bauen, ich nehme an, dass im Januar oder Februar der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan steht. Einen Aufstellungsbeschluss erwarten wir auch für die Bodenseestraße, dort, wo der Honbergrücken endet. Dort können wir uns 60 Wohnungen in zwei Häusern zum Verkauf oder zur Vermietung vorstellen.Dann haben wir noch das Grundstück Torhaus in der Nordstadt: Der Gewinner des Wettbewerbs ist von den Nachbarn nicht gewünscht. Aber da muss weiterhin etwas passieren, so wie in der ganzen Stadt.Weiterer Wohnraum wird außerdem in der Nendinger Ortsmitte entstehen.Das Hannele-Haus und ein 4-Familien-Haus werden abgerissen, dort werden 20 neue Wohnungen entstehen. Was ins Erdgeschoss kommt, wird noch diskutiert, eventuell gibt es eine öffentliche Nutzung. Wir planen in Nendingen eine sogenannte Abbruchaktion: Wir wollen mit nur einer Beauftragung alle Häuser in städtischer oder Wohnbauhand, die durch Sanierung nicht mehr zu retten sind, in einem Zug abreißen und dadurch "neue" Baugrundstücke zu haben. Das ist wesentlich kostengünstiger als Einzelaufträge. Deswegen bieten wir Privatleuten an, sich dieser Maßnahme anzuschließen.

Das ist sehr viel Wohnraum, den Sie da schaffen ...

Die Stadt ist in den vergangenen Jahren um 2000 Menschen gewachsen, die Einwohnerzahlen gehen auf die 36 000 zu.

Wie bewerten Sie die Infrastruktur in Tuttlingen?

Es freut mich immer, wenn wir neben dem Wohnungsbau auch die Infrastruktur verbessern können, zum Beispiel mit dem Légère-Hotel und Charly´s House, dem Taksim-Supermakrt und endlich hat mit dem Anima ein Feinschmecker-Restaurant eröffnet. So ein Thermalbad, ein Festival wie den Honbergsommer und eine Galerie - die Infrastruktur in Tuttlingen reicht dicke für 50 000 Einwohner.

Wozu brauchen wir sie?

Wenn eine Stadt keine Lebensqualitäten hat, die von den Arbeitnehmern akzeptiert wird, dann gehen früher oder später auch die Firmen weg. Wenn die Wirtschaft hier am Standort verbleiben soll, dann muss die Stadt Qualitäten haben, in der man gern leben will. Wir als Wohnbau müssen dafür sorgen, dass man hier gut leben kann.


Auf diese Mitarbeiter ist Horst Riess besonders stolz: Die Belegschaft der Wohnbau.

Wie wird diese Entwicklung von anderen wahrgenommen?

Als Tuttlinger fällt einem die Entwicklung wegen der Nähe vielleicht gar nicht so sehr auf, das ist wie bei den wachsenden Kindern ... Gäste empfinden Tuttlingen als kleine, charmante Schwarmstadt. Es macht mich ein bisschen stolz, dass wir häufig besucht werden: von anderen Wohnungsbau-Unternehmen, Oberbürgermeistern, Architekten, Kreisbaugenossenschaften. Dass so auf Tuttlingen geschaut wird, ist ein gutes Zeichen für unsere Stadt und unser Unternehmen.

Für die Außendarstellung ist das ganze Stadtbild wichtig. Tuttlingen hat schöne, aber auch besonders hässliche Ecken ...

Wir werden immer mal wieder vorhandene Immobilien in der Stadt kaufen und in Schuss halten. Ob da eine höhere oder niedrigere Rendite herauskommt, spielt manchmal keine Rolle. Es bekommt seine Würde zurück, das Haus in der Jahnstraße 16 ist ein besonders gelungenes Beispiel.

Ein Haus reicht aber leider nicht aus, um eine Straße zu retten.

Manchmal schon. Wenn ein Haus in einer herumtergekommenen Häuserreihe plötzlich erstrahlt, schämt sich der Nachbar und fängt an zu sanieren. Eine Straße kann man jedenfalls nicht retten, indem man sie aufgibt.

In welchen Bereichen sind Sie noch unzufrieden?

15 000 Einpendler sind schon betrüblich. Es müsste uns besser gelingen, die Pendler zu Einwohnern zu machen. Dewegen bauen wir ja auch überall: Eigentumswohnungen, zentral und nahe an der grünen Wiese, Einfamilienhäuser und Mietwohnungen in allen Preiskategorien. Es muss ja nicht jeder gleich Eigentum haben, weil er gerade mal einen Job in Tuttlingen hat. Aber er schont sich selbst und die Umwelt, wenn er am Arbeitsplatz wohnt.

Wer in Tuttlingen schon mal ein Zimmer gesucht hat weiß, wie schwer das ist ...

Das Projekt an der Bahnhofstraße 39 ist der vorläufige Abschluss der Tuttlinger Höfe und sicher ein gelungenes Ausrufezeichen am Boulevard Bahnhofstraße. Dort entstehen Paar- oder Singleapartments für Leute, die sich noch nicht festgelegt haben , ob sie bis zum Ende ihres Lebens hier wohnen wollen. Oder ob sie ihre Familien schon nachholen. Auf jeden Fall eine interessante Kapitalanlage ...

Welche Themen wollen Sie 2017 unbedingt angehen?

Wir müssen uns beim Thema der Anschlussunterbringung von Flüchtlingen noch stärker vorbereiten. Ich glaube nicht, dass das ein Massenproblem wird, aber ein Thema, bei dem wir der Stadt kräftig unter die Arme greifen werden. Ähnliches gilt für das Thema Obdachlosenunterbringung. Die Stadt ist ja verpflichtet, ein Obdach zu gewähren, und wer sollte das machen, wenn nicht die Wohnbau. Die soziale Balance in unserer Stadt ist ganz wichtig. In unserem Imagefilm habe ich das schon einmal formuliert: Auch die, die es nicht auf die Sonnenseite geschafft haben, sollen wohnen können und satt werden. Das sind zwei Grundbedürfnisse des Menschen.

Sonderseite vom 24.12.2016
Quelle: www.schwaebische.de


Maria Magel legt sich nicht auf eine Dimension fest
Ausstellung der Hattinger Künstlerin in der Wohnbau


Die Künstlerin Maria Magel, Wohnbau-Geschäftsführer Horst Riess, seine Assistentin Michaela Möller, die mit ihrem Team alles für die Gäste hergerichtet und organisiert hat.
Die Künstlerin Maria Magel, Wohnbau-Geschäftsführer Horst Riess, seine Assistentin Michaela Möller, die mit ihrem Team alles für die Gäste hergerichtet und organisiert hat. Claudia Steckeler
Tuttlingen sz Zum Abschuss des Jubiläumsjahres „75 Jahre – Die Wohnbau“ präsentiert das Unternehmen in seinem Gebäude In Wöhrden eine Ausstellung mit „gleichsam unterschiedlichen wie beeindruckenden Werken“, so Wohnbau-Geschäftsführer Horst Riess über die Hattinger Künstlerin Maria Magel. Unter dem Motto „Auf verschiedenen Ebenen“ präsentiert Magel im Bürokomplex bis zum 5. Januar 2017 Gemälde, Skulpturen, Köpfe und Torsi.

„Für mich waren sie immer eine Künstlerin, Malerin und Bildhauerin mit Herz und Klasse. Ich finde, man spürt es als Betrachter, mit welcher Hingabe ihre Werke geschaffen wurden“, betonte Horst Riess in seiner Ansprache bei der Vernissage am Freitagabend. „Es hat viele gute Gründe, warum Sie eine so hohe Wertschätzung genießen. Die Besucherschar heute ist nur ein Beleg dafür“, stellte er fest.

Zur Vernissage musste in den Wolkensteinsaal im fünften Obergeschoss umgezogen werden, auch er konnte die große Besucherschar kaum fassen. Darunter waren auch Künstlerkollegen wie Roland Martin, Willi Bucher, oder Christina Schilling sowie Bürgermeister Marcus Hugger aus Immendingen.

Vor dem Eingangsbereich der Wohnbau befindet sich das von Maria Magel geschaffene „Kopfsteinpflaster“, das mit der aktuellen Ausstellung nun förmlich in das Gebäude hineinwächst: Bereits im Foyer wird das Thema wieder aufgenommen. Hier können sich die Besucher einen Eindruck von der Vielseitigkeit der Köpfe, der Minen, Gesichter, vielleicht sogar Larven oder Masken verschaffen, sich von der Ausdrucksvielfalt gefangen nehmen lassen, in den Diskurs mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten gehen.

Über die verschiedenen Ebenen des Bürohauses hinweg werden die Besucher dann weiter aufgefordert, sich mit den Werken von Maria Magel auseinander zu setzten, deren beeindruckende Aussagekraft auf sich wirken zu lassen. Auch mit den farbenprächtigen, harmonischen Bildern aus unterschiedlichen Zeiten, meist mit Gouache-Farben und Farbstiften auf Karton gebracht. Ganz bewusst hat die Künstlerin in dieser Ausstellung übrigens auf die Präsentation von Ölgemälden verzichtet.

Bei den Pflanzenbildern legt sich Maria Magel nicht auf eine Dimension fest. „Gerade die Werke auf der Ebene 3, unserem Architekturbüro, springen manchmal fast heraus aus ihrem Rahmen“, bemerkt Riess. Ihm persönlich gefallen die schlanken Bilder, die edlen Körper, die von Rasterpunkten überlagert und in den Ebenen 4 und 6 zu sehen sind, besonders gut. „Wenn Sie die zu diesen Bildern gehörenden Kleinplastiken sehen wollen, sollten Sie Maria Magel in ihrem Atelier in der Oberen Hauptstraße 26 besuchen“, erklärte Riess.

Wie ein künstlerischer roter Faden als besonderer Bezugspunkt zum Gebäude, zieht sich das Thema „Köpfe“ denn auch durch alle Ebenen der Ausstellung, um schlussendlich mit den in Metallrahmen gefassten Fragmenten im siebten Stock, der Ebene 6, auszuklingen. „Ein wunderschöner Schlusspunkt der Ausstellung, finde ich“, erklärte Horst Riess.

Die Ausstellung „Auf verschiedenen Ebenen“ von Maria Magel kann in den Büroräumen der Tuttlinger Wohnbau, In Wöhrden 2-4, bis zum 5. Januar zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden. Diese sind: Montag bis Mittwoch, von 8.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr; Donnerstag von 13 bis 18 Uhr; Freitag von 8.30 bis 15 Uhr.

Quelle: www.schwaebische.de
Artikel vom 20.11.2016
Claudia Steckeler


Vom Woh­nungs­amt zum Stadt­ent­wick­ler
Seit den 1990er-Jahren erweitert die Tuttlinger Wohnbau ihre Tätigkeitsfelder - die soziale Verantwortung gerät nie aus dem Blick


Die Tuttlinger Höfe sind das neueste Projekt der Tuttlinger Wohnbau.

Die 1990er-Jahre sind eine spannende Phase in der Geschichte der Tuttlinger Wohnbau. Es ist eine Zeit des Um- und Aufbruchs an dessen Ende ein verändertes Unternehmen mit neuen Aufgaben, neuer Verantwortung und einer neuen Geschäftsleitung steht. Die Weichen für die Erfolgsgeschichte der letzten 25 Jahren werden hier gestellt.

1990 schafft der Staat die Gemeinnützigkeit im Wohnungssektor ab. Die Unternehmen verlieren ihre Steuerbegünstigungen. Der Bau von Sozialwohnungen wird teurer. Mit dem Fall der Mauer strömen aber gleichzeitig Millionen von Menschen in den Westen Deutschlands - Experten sprechen sogar von einer neuen Wohnungsnot. Auch die Wartelisten der Tuttlinger Wohnbau explodieren. Zum gleichen Zeitpunkt wechselt die gesamte Führungsriege, die sich über Jahrzehnte bewährt hatte.

Die neue Geschäftsleitung bestehend aus dem jungen Diplom-Verwaltungswirt Horst Riess und dem erfahren Architekten Detlef Hicke nutzt jedoch diese "Schwebephase" und stellt das Unternehmen neu auf.

Es ist auch die Zeit neuer Megatrends im Bausektor: Das Zuhause soll umweltschonend, energieeffizient und nachhaltig werden. Die Wohnbau investiert Millionen in die Modernisierung und Renovierung des bereits vorhanden Bestandes. Auch der Bau von Wohnungen für Alte und Menschen mit Handicap entwickelt sich zu einem der prägenden Themen. In der Weißrosenstraße entstehen hierbei 40 zentrumsnahe Altenwohnungen. Die Tonnendachhäuser im Holderstöckle stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Auch die Lebenshilfe entwickelt sich zu einem treuen Partner.

Neue Verantwortung: Stadtentwicklung

Mit den Veränderungen kommen auch neue Chancen. Die Wohnbau übernimmt stadtgestalterische Aufgaben. Als Sanierungsträger poliert sie alte und heruntergekommene Stadtteile wieder auf. Die Honbergstraße und der Place de Draguignan erhalten ein neues Gesicht und auch am Donauufer in Wöhrden entstehen eine ganze Reihe moderner Stadtwohnungen.

Nicht nur als Sanierungsträger entwickelt die Wohnbau ihre Tätigkeitsfelder weiter, in den 2000er-Jahren avanciert das Wohnungsunternehmen zu einem wichtigen Stadtentwickler. Es treibt vermehrt den Bau von Infrastrukturmaßnahmen voran. Erster großer Erfolg bildet dabei das 2004 eröffnete Areal Wöhrden West. Dort entstehen ein Kino, mehrere Restaurants und ein neuer Unternehmenssitz. Der ehemalige Oberbürgermeister und langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Heinz-Jürgen Koloczek nennt es den "ersten großen Einstieg in die Stadtgestaltung".

Weitere infrastrukturelle Baumaßnahmen folgen. Mit dem Legere-Hotel erweitert Tuttlingen sein Hotelangebot; das dieses Jahr eröffnete Charlys House rundet es ab. Ein de facto heruntergekommenes Gewerbeviertel wird von der Tuttlinger Wohnbau beseitigt und es entstehen die modernsten City-Wohnungen in der Innenstadt Tuttlingens. In den Tuttlinger Höfen entlang der Karl- und der Zeughausstraße entstehen dabei insgesamt 78Eigentumswohnungen, 80 Tiefgaragenplätze, drei Gewerbeeinheiten und 160 überdachte Fahrradabstellplätze.

Trotzdem gerät die soziale Verantwortung, die die Wohnbau seit ihrer Gründung verspürt, nie aus dem Blick. Die Prokuristin Rita Hilzinger betont: "Durch das Geld, das wir im Gewerbebau und Bauträgergeschäft verdienen, können wir uns bei der Bereitstellung von Wohnraum für sozial Schwächere mit einer schwarzen Null zufrieden geben."

Das Wohngebiet Schmelze mit den Neubauten und dem Schmelzeturm ist ein gelungenes Beispiel für eine gute Sozialstruktur eines Wohngebiets. Seit 24 Jahren führt Horst Riess die Geschäfte des Unternehmens: "Wichtig ist, dass alles was wir tun in unserer Stadt Nutzen stiftet."

Quelle: www.schwaebische.de
Artikel vom 26.11.2016


Nach­kriegs­not und Wirt­schafts­wun­der
Die Wohnbau baut und hilft


Tuttlingen - Es ist ein imposanter Blick in den Talkessel von Tuttlingen. Dynamisch schmiegt sich die Stadt um seine grüne Insel Honberg und entlang der Donau. Anfang der 1980er-Jahre aufgenommen, ist die Fotografie ein Schnappschuss, eine Momentaufnahme Tuttlinger Stadtgeschichte. Sie steht am Ende eines Jahrzehnte währenden intensiven Baubooms. Für die Verantwortlichen der Tuttlinger Wohnbau bedeutete dies ein tiefes Durchatmen und ein erster stolzer Blick zurück: Siedlungsprojekte und großen Bauprojekte in fast allen Teilen Tuttlingens, die Betreuung etlicher kleiner Bauvorhaben und die Verwirklichung vieler Träume eines "Zuhauses.

Ausgebombte, Soldaten, Flüchtlinge

Erahnt hatte diese Entwicklung am 3. November 1941, als die Wohnbau von den Ratsherren (so nannte man damals noch die Gemeinderäte) und Bürgermeister Max Haug feierlich gegründet wurde, noch niemand. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das damals noch junge Unternehmen nicht nur vor seiner ersten, sondern vor seiner bis heute schwierigsten Aufgabe: Millionen von ausgebombten Menschen, heimkehrenden Soldaten und Flüchtlingen strömten durch Deutschland. Die Liste der Wohnungssuchenden - auch in Tuttlingen - war lang. Gemeinnützige Wohnungsunternehmen wie die Tuttlinger Wohnbau standen dabei an der vordersten Front, um den Menschen zu helfen. Rasche, kompakte sowie unkomplizierte Planung und Ausführung war gefragt. Schon nach kurzer Zeit konnte das Unternehmen die ersten Wohnblöcke in der Messkircher Straße fertigstellen. Die ehemaligen Flüchtlingsunterkünfte gehören bis heute zu den beliebtesten Mietwohnungen des Unternehmens und zeugen - trotz der schweren Umstände - von weitsichtiger Planung.

Dabei war den Verantwortlichen der Tuttlinger Wohnbau von Anfang an wichtig, mehr als nur die bekannten vier Wände zu schaffen: Den Menschen sollte ein Daheim gegeben werden.

Die Nebenerwerbssiedlungen waren ein besonders kreatives Modell zur Niederlassung von Flüchtlingen. Über 300 Eigenheime mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb und großem Garten entstanden dabei in den neuen Stadtteilen Wolfsbühl und Ettlensegart. Heimatvertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten, die dort Felder und Hof verloren hatten, konnten hier ein neues Heim finden - ein neues Zuhause mit ganz besonderem integrativem Wert. "Nachdem wir alles verloren hatten, endlich wieder etwas Eigenes zu besitzen, war ein tolles Gefühl", erzählt der 94-Jährige Alfred Gehrau.

Trend: Eigentumswohnung

Im Wirtschaftswunder der 1950er- und 1960er-Jahre kristallisierte sich ein neuer Trend heraus: Im Schatten des nach wie vor großen Mietwohnungsbaus stieg die Nachfrage nach Eigentum. Doch nicht nur das klassische Eigenheim war gefragt. In Tuttlingen herrschte zeitweise ein regelrechter Bauplatzmangel. Auch eine andere Eigentumsalternative löste einen bis heute kaum wieder dagewesenen Bauboom aus: die Eigentumswohnung. Schon früh erkannte die Geschäftsführung der Wohnbau den neuen Trend. 1954 baute sie die ersten Eigentumswohnungen in der Panoramastraße und hielt in ihrem Geschäftsbericht fest: "Die starke Nachfrage hat die Gesellschaft ermutigt, in Zukunft auf den Bau von Eigentumswohnungen stärkeres Gewicht zu legen."

Anfang der 1960er-Jahre folgte das erste Großprojekt: Mit den Sternhäusern in der Balinger Straße erhielt der nördliche Teil der Stadt ein markantes optisches Aushängeschild. "Es gab Zeiten, da konnten wir gar nicht genug Eigentumswohnungen auflegen, ehe schon wieder alle vergriffen waren", erinnert sich der langjährige Prokurist Johann Huber.

Die ungebrochene Nachfrage veranlasste die Wohnbau zu weiteren großen Siedlungsprojekten bis weit in die 1970er-Jahre. In der Semmelweisstraße entstanden so die drei imposanten Hochhäuser. Mit einer Höhe von bis zu 41 Metern zählen sie bis heute zu den höchsten Gebäuden in Tuttlingen.

Wirklich gestillt wurde das Kaufinteresse jedoch erst nach einem weiteren großen Siedlungsprojekt. In "Aspen" schuf die Gesellschaft noch einmal über 300 Wohneinheiten; knapp 200 allein als Eigentum. Über 40 Jahre später zieht Geschäftsführer Horst Riess das Fazit: "Wenn man beispielsweise vom Wolfsbühl auf die Architektur der Aspensiedlung mit ihren hüpfenden Kuben schaut, dann muss man sagen, das war gut gemacht."

Quelle: www.schwaebische.de
Artikel vom 29.10.2016


Wohn­bau be­hebt Man­gel­la­ge von Ho­tels
Gaststättenangebot im Quartier hat sich deutlich verbessert


Dass die Wohnbau die Bedürfnisse der Tuttlinger Bürger bestens versorgt, hat sie in den vergangenen 75 Jahren hinlänglich bewiesen. Dass sie aber auch ein gutes Gespür für die Hotellerie und Gastronomie hat, die in der Stadt gebraucht wird, macht sich erst seit einigen Jahren bemerkbar. Dabei hat Geschäftsführer Horst Riess das selbe wie bei den Wohnprojekten im Blick: Was braucht die Stadt? Und was brauchen seine Bewohner?

In Sachen Übernachtung herrschte lange Zeit eine Mangellage in Tuttlingen. Vor allem die Industriebetriebe mussten einen großen Teil ihrer Kunden auswärts nächtigen lassen. "Traurig, denn diese Gäste gehen dann hier auch nicht zum Einkaufen, Kaffeetrinken und Essen", erinnert sich Riess. Es gab ganze Shuttlebus-Flotten, nur um die Geschäftskunden abzuholen und zu bringen. Seit dem Bau des Légère-Hotels ist Tuttlingen auf einem guten Weg, der mit der Eröffnung von Charly´s House im Oktober diesen Jahres weiter beschritten wird.

Dabei war es gar nicht so einfach, einen Hotelbetreiber zu finden. Die großen Ketten hatten allesamt kein Interesse, weil Tuttlingen eine Stadt unter 100 000 Einwohnern ist. Schließlich konnte Riess Jürg Köllmann, Eigentümer der kleinen Hotelkette Fibona, gewinnen und hat daraufhin das Légère-Hotel zusammen mit dem Donaukarrée entwickelt. "Als Projektentwickler muss man da ein ausdrückliches Dankeschön an die Stadt sagen, dass so eine Entwicklung möglich war", sagt Riess.

Sorgen um die Übernachtungszahlen macht er sich überhaupt nicht. Die Geschäftsbesuche werden nicht weniger, sondern mehr - die Medizintechnik sei eine Wachstumsbranche. Allein das Aesculapium löst 12 000 bis 14 000 Übernachtungen im Jahr aus, alle Firmen zusammen weit über 200 000. Charly´s House wurde gebaut, weil das Légère-Hotel zumindest während der Woche ausgebucht ist. Es fehlte zudem das günstigere Preissegment zwei Sterne Plus.

Standortfrage

Der Standort auf dem wohnbaueigenen Grundstück in unmittelbarer Nähe zur Wohnbau stellte sich als besonders geeignet für ein weiteres Hotel heraus. Zudem wäre das Grundstück für ein Wohnhaus - ohne Südlage und komplett ohne Balkone - nicht geeignet gewesen.

Die Aufsichtsräte folgten auch dem Vorschlag, die Immobilie zu behalten und zu verpachten - kein Bauer verkaufe schließlich den Acker neben seinem Hof. "Mit dieser Immobilie werden der Betreiber und der Eigentümer sehr viel Spaß haben", ist sich der Wohnbau-Geschäftsführer sicher.

Ursprünglich war für Charly´s House eine ähnlich weiße, schöne Fassade geplant wie für die Tuttlinger Höfe. Doch der Aufsichtsrat wünschte sich eine frechere Fassade, auch im Hinblick auf das sehr edel wirkende, aber auch dunkle Légère-Hotel. Den knallbunten und inzwischen umgesetzten Vorschlag aus der Feder von Bodamer und Faber hat die Wohnbau dann dem Gemeinderat vorgelegt - und hat fast einstimmige Begeisterung erhalten.

Ausgehen in Tuttlingen

Ob Anima, Faces (Lounge im Légère-Hotel), Havanna (vormals Vinothek) und Irish Pub - das Gaststättenangebot im Quartier hat sich deutlich verbessert. Angefangen hat alles mit dem Irish Pub, das 2004 im Erdgeschoss des damals neu gebauten Scala-Kinos einzog. "Die Tuttlinger Gastronomen dachten, es sei viel zu groß, das geht nie gut, so etwas großes brauchen wir nicht; vor allem aber hatten sie Angst, dass ein so großer Laden sie kaputt macht", erinnert sich Riess. Nichts davon ist eingetroffen. Die Stadt hat seitdem ein Mehr von Gästen, die wegen des Irish kommen und danach in andere Kneipen weiterziehen.

Zu recht bezeichnet Riess das Irish als den Tanker des Tuttlinger Gastronomieangebots: "Da kann man mittagessen, abendessen, oder nur etwas trinken, 400 Essen an 364 Tagen im Jahr - das funktioniert in diesem Tempo und dieser Abwicklung nur, weil da Top-Profis am Werk sind."

Im Jahr 2008 wurde das Tuttlinger Irish Pub sogar von der Guinness-Brauerei in Dublin als bestes Irish in Deutschland ausgelobt. Eigentlich sollte in jedem Pub mindestens ein Ire arbeiten - in Tuttlingen war das 2008 jedoch nicht der Fall, darum wurde der Award eingestellt. "Es war der letzte Award, und damit bleibt das Tuttlinger Irish eben das beste Irish Pub ever", sagt Riess.

Mit der ehemaligen Vinothek hatte der Wohnbau-Geschäftsführer einen seit 30 Jahren gehegten Traum wahrgemacht. Hier gab es Häppchen, ein schönes Glas Wein oder ein paar Flaschen für zu Hause. Nach der Geschäftsaufgabe des damaligen Pächters wurde die Vinothek zur Havanna-Bar, die nun leider geschlossen ist. Die Wohnbau ist sehr bemüht, dass auch diese Lokalität in Kürze wieder ihre Pforten öffnet.

Die Faces Lounge im Légère-Hotel ist für die Tuttlinger eine echte Bereicherung. Hier sitzen junge Leute, die hochklassige Cocktails zu schätzen wissen, und auch ältere Semester fühlen sich in der eleganten Bar wohl. "Von diesem Angebot vertrüge Tuttlingen noch mehr", meint Riess.

Völlig überzeugt ist er auch vom neu eröffneten Anima In Wöhrden. In einem prosperierenden Wirtschaftsstandort wie Tuttlingen müsse das laufen. "Wir haben schon ein paar gute Restaurants, aber in dieser Qualität hatten wir das noch nie! Das sucht bislang weit und breit seinesgleichen."

Sonderseite 75 Jahre Wohnbau
Quelle: www.schwaebische.de